Im Raum Darmstadt begleitet „raum in form– Innenarchitektur & Architektur“ die umfassende energetische Sanierung und Neukonzeption eines Einfamilienhauses aus dem Jahr 1982. Ziel des Projekts ist es, die bestehende Gebäudestruktur ressourcenschonend zu optimieren, die räumliche Qualität im Erdgeschoss signifikant zu steigern und die bis dato ungenutzte Dachfläche in hochwertigen Wohnraum zu transformieren– unter der Prämisse, die baulichen Eingriffe so effizient wie möglich zu gestalten.
Ausgangssituation und bauliche Herausforderungen
Das viergeschossige Gebäude (Keller-, Erd-, Ober- und Dachgeschoss) wies eine solide Grundsubstanz auf. Während das Keller- und Obergeschoss in ihrer bestehenden Raumaufteilung funktional überzeugten und unverändert bleiben konnten, zeigte sich der Grundriss im Erdgeschoss als stark verwinkelt und defizitär in der natürlichen Belichtung. Das Dachgeschoss bestand lediglich aus einem großflächigen, ungenutzten Raumvolumen.
Im Rahmen der energetischen Sanierung stellt die Fassadengestaltung eine planerische Besonderheit dar: Ein architektonischer Versprung mit bündig eingesetzten Fenstern lässt die Montage eines herkömmlichen Wärmedämmverbundsystems in üblicher Materialstärke nicht zu. „raum in form– Innenarchitektur & Architektur“ entwickelte hierfür eine alternative bauphysikalische Detaillösung, die den energetischen Anforderungen gerecht wird, ohne die äußere Gebäudeästhetik zu beeinträchtigen.
In der ersten Variante lag der Fokus auf einer stark bedarfsorientierten, minimalinvasiven Anpassung. Im Erdgeschoss wurde durch den gezielten Rückbau einer einzelnen Wand ein offener Wohn- und Essbereich geschaffen; das ehemalige Wohnzimmer wurde in ein separates Spielzimmer umgewandelt. Im Dachgeschoss sah dieser Entwurf die Schaffung zweier klar definierter Räume vor: ein straßenseitiges Büro und ein gartenseitiges Gäste- bzw. Jugendzimmer, ergänzt durch passgenaue Schrankeinbauten in den Dachschrägen.
Die zweite Konzeptvariante demonstrierte das maximale räumliche Potenzial der Immobilie. Im Erdgeschoss sah dieser Ansatz die Entfernung von drei Wänden vor, um eine weitreichende, fließende Raumfolge aus Küche, Essbereich und Wohnzimmer zu etablieren– optisch zoniert durch einen Küchentresen. Für das Dachgeschoss wurde in dieser Variante ein autarker, luxuriöser Elternbereich konzipiert, bestehend aus einem Master-Schlafzimmer mit begehbarer Ankleide, einem integrierten Büro und einem separaten Badezimmer.
Finalkonzept und räumliche Umsetzung
Nach intensiver Abwägung der räumlichen und funktionalen Qualitäten entschied sich die Bauherrschaft für eine maßgeschneiderte Synthese beider Entwürfe.
Im Erdgeschoss wird die Struktur des ersten Konzepts umgesetzt: Die Reduzierung der Wände führt zu einem lichten Wohn- und Essbereich sowie einem abgetrennten Spielzimmer– beide Zonen profitieren nun von einem direkten Terrassenzugang.
Das Dachgeschoss kombiniert das großzügige Gästezimmer der ersten Variante mit der Badezimmer-Integration des zweiten Entwurfs. Durch eine intelligente Grundrissanpassung fungiert das neu geplante Büro nun als Durchgangsbereich zum Bad, wodurch die nutzbare Arbeitsfläche vergrößert wurde. Bei der Anordnung der Sanitärobjekte (Dusche, Waschtisch, WC) im neuen Bad im Dachgeschoss wurde die verfügbare Kopfhöhe unter der Dachschräge genauestens in die Planung einbezogen. Maßgefertigte Einbaumöbel nutzen das Raumvolumen der Schrägen als unsichtbaren Stauraum optimal aus.
Ganzheitliche Lichtplanung
Flankierend zur architektonischen Neukonzeption entwickelte „raum in form– Innenarchitektur & Architektur“ ein ebenenübergreifendes Beleuchtungskonzept. Im Erdgeschoss erfolgt eine komplette Neuinterpretation der Lichtführung, die den Wohn- und Essbereich strukturiert und Kunstwerke, Regale sowie die Treppenanlage durch Akzentbeleuchtung gezielt inszeniert. Im neu ausgebauten Dachgeschoss sorgen dezent positionierte Leuchten unterhalb der Kehlbalkenlage sowie eine indirekte Beleuchtung der Einbauschränke für eine harmonische Raumwirkung. Die Integration einer indirekten Beleuchtung in die Hochbeete der Terrasse schafft zudem einen fließenden visuellen Übergang zwischen Innen- und Außenraum in den Abendstunden.