Kurz vor der Fertigstellung einer exklusiven Neubauvilla auf Mallorca mit 600 qm Wohnfläche, weitläufigen Terrassen und großzügigen Außenbereichen mit Swimming-Pool, entwickelte das raum in form- Projektteam rund um die Innenarchitektin Kerstin Bertz-Helmbrecht eine ganzheitliche innenarchitektonische Konzeption sämtlicher Wohn- und Außenbereiche inklusive der Planung der kompletten Einrichtung und Ausstattung des exklusiven Anwesens.
Dabei bildete die Architektur der Villa mit klarer, geradliniger Formensprache und Flachdach die Grundlage für die Einrichtungs- und Ausstattungsplanung.
Ausgangssituation und Zielsetzung
Die Bauherren wünschten sich eine Anpassung sämtlicher Innenbereiche und Räume an ihre persönlichen Anforderungen und an die vorgesehene eigene private Nutzung. Neben der Konzeption der vollständigen Einrichtung sollten darüber hinaus ausgewählte bauliche Bereiche, Wandflächen, Beleuchtung und Stauraumlösungen entwickelt werden.
Im Mittelpunkt stand die Aufgabe, die zunächst bei der Errichtung der Neubauvilla überwiegend weiß gehaltenen Innenräume durch eine auf das Gebäude abgestimmte Materialität, Einbauten und ganzheitliche Lichtplanung zu ergänzen- gleichzeitig sollten einzelne Räume auch funktional neu organisiert werden. Dazu gehörten der Eingangsbereich, der Wohn- und Essbereich, das Untergeschoss mit der Aufgabenstellung, dieses in einen Wellness-, Sport- und Entertainmentbereich umzuplanen, sowie der großzügige Masterbereich im Obergeschoss.
Die ersten Grundlagen wurden in einem zweitägigen Ortstermin, der in der sich im Bau befindlichen Villa stattfand, auf Mallorca erarbeitet. Das raum in form- Projektteam um die Innenarchitektin Kerstin Bertz-Helmbrecht beging gemeinsam mit den Bauherren sämtliche Räume, stimmte die gewünschten Veränderungen ab und entwickelte erste Planungsansätze bereits während der ausführlichen Begehungen sämtlicher Innen- und Außenbereiche. Grundlage der anschließenden Planung durch raum in form- Innenarchitektur & Architektur waren die bestehenden Grundrisse und technischen Unterlagen sowie die Eindrücke aus der Bestandsaufnahme.
Farb-, Material- und Gestaltungskonzept
Auf Basis der gemeinsamen Abstimmung zwischen dem raum in form- Projektteam und den Bauherren wurde ein durchgängiges Farb-, Material- und Gestaltungskonzept für die Villa entwickelt. In einem ausführlichen Besprechungstermin mit den Bauherren im Nachgang zu dem Vor-Ort-Termin auf Mallorca, wurden im Showroom am Stammsitz von raum in form- Innenarchitektur & Architektur zahlreiche Wandmaterialien, Textilien, Teppiche und Leuchten den Bauherren vorgestellt, gesichtet und Muster für einen weiteren Vor-Ort-Termin zusammengestellt.
Die von raum in form entwickelten Einrichtungs- und Ausstattungskonzeptionen sahen unter anderem verschiedene Holzoberflächen, Natursteine und Dünnschichtmarmor, großformatige Wandfliesen, Putztechniken, Lederoberflächen sowie getönte und farbige Spiegel vor. Die Materialauswahl wurde auf eine warme Farbigkeit mit Holz und Taupe-Tönen ausgerichtet- Wandverkleidungen in mehreren Ebenen ermöglichten zudem die Integration indirekter Beleuchtung.
Ergänzend wurde für die einzelnen Bereiche eine vollständige Einrichtungskonzeption erarbeitet. Diese umfasste freistehende Möbel, Teppiche, Vorhänge und „Dim-outs“, Leuchten sowie Vorschläge für Bilder und weitere Ausstattungen. Eine große Anzahl der von dem Projektteam erarbeiteten Moodboards, Grundrisse, Ansichten, Wandabwicklungen und Visualisierungen dienten dazu, die räumlichen und visuellen Zusammenhänge für die Bauherren nachvollziehbar darzustellen.
Visualisierungen und räumliche Ausarbeitung
Auf Basis der ausgewählten Materialien und Möbel wurden detaillierte 3D‑Visualisierungen ausgearbeitet. Viele Möbelstücke wurden dafür als Hersteller-Modelle in das 3D‑Modell integriert, um ein realitätsnahes Bild der späteren Raumwirkung zu erzeugen. Für sämtliche Haupträume – vom Wohn- und Essbereich über das Master-Schlafzimmer bis hin zu den Gäste- und Kinderzimmern – entstanden ein bis zwei Visualisierungsvarianten. Besonders prägend für die räumliche Ausarbeitung war die Arbeit mit sanften, organischen Formen, etwa in runden Armaturen, skulpturalen Pendelleuchten oder weichen Loungemöbeln. Ebenso flossen Bezüge zur mallorquinischen Architektur in die Gestaltung ein, beispielsweise über warme Holzverkleidungen oder Stofftapeten mit natürlicher Maserung. Eine fein abgestimmte Lichtplanung mit Einbauschienen, Pendelleuchten und gezielten Akzenten trug dazu bei, die Materialitäten atmosphärisch zu inszenieren. Die Möblierung wurde in Materialität und Farbgebung präzise auf den Bestand abgestimmt, sodass ein harmonisches Gesamtbild entstand. Die Gegenüberstellung der frühen Moodboards mit den finalen Visualisierungen zeigte dabei deutlich, wie treffsicher die Wünsche des Bauherrn übersetzt und zugleich durch eine gestalterische Verfeinerung ergänzt wurden.
Öffnung von Eingangs- und Wohnbereich
Ein wesentlicher Ausgangspunkt der Planung war der Eingangsbereich- eine bestehende Trennwand begrenzte bisher den Einblick in den Wohn- und Essbereich und unterbrach die Sichtverbindung zum Meer. Im Rahmen der Neukonzeption wurde deshalb der Rückbau der Wand vorgesehen- an ihrer Stelle wurde eine Lamellenwand mit indirekter Beleuchtung geplant.
Im Wohnbereich entstand ein abgestimmtes Konzept für Wandgestaltung, Kamin, Stauraum und Medien. Der Fernseher wurde in einer Nische geplant, die einen Zugang zur dahinterliegenden Technik ermöglicht. Unterhalb der Nische wurde der Kamin angeordnet. Seitlich ausziehbare Schränke schaffen Stauraum, ohne die klare Frontansicht zu unterbrechen.
Für die Wandverkleidungen wurde ein durchgängiges Fugenraster entwickelt- dieses greift die Abmessungen der Einbauten auf und führt sie auf der gegenüberliegenden Wand mit hinterleuchtetem Dünnschichtmarmor weiter. Ergänzt wird die Gestaltung durch Eicheoberflächen, integrierte High- und Lowboards sowie eine neu geschaffene Akzentwand in changierender Putztechnik.
Masterbereich und Schlafräume
Im Obergeschoss wurde der Masterbereich als private, in sich abgeschlossene Master-Suite neu konzipiert. Die vorhandenen Raumhöhen und Türsituationen wurden gegen raumhohe Türen ausgetauscht und eine separate Erschließung des Bereichs über einen eigenen Vorraum eingeplant.
Die offene Ankleide wurde funktional weiterentwickelt- zwei Regale sollten entfallen, vor den bestehenden Schränken wurden getönte Schiebetüren und integrierte Spiegel eingeplant. Diese neu konzipierte Lösung schafft zukünftig einen geschlossenen Stauraum und nimmt zugleich Bezug auf das vorhandene Oberlicht. Unterschiedliche Deckenhöhen im Vorraum sowie im Schlaf- und Ankleidebereich wurden in der Planung zu einer einheitlichen Höhe zusammengeführt.
Für die Schlafräume wurden Vorhänge mit ergänzenden „Dim-outs“ eingeplant- damit wurden sowohl die gewünschte maximale Verdunklung erzielt als auch der Sichtschutz berücksichtigt. Auch für weitere ausgewählte Bereiche, darunter der Masterbereich, das Gästezimmer und der Wohnbereich, erarbeitete das raum in form- Planungsteam unterschiedliche Gestaltungsvarianten.
Treppenhaus und obere Diele
Das Treppenhaus wurde als verbindender Bereich der Villa in das Gesamtkonzept einbezogen- die Brüstung entlang der Treppe sollte mit einer Akzentputztechnik überarbeitet werden, für die vertikale Belichtung wurden höhenverstellbare Mito-Leuchten von Occhio in unterschiedlichen Größen eingeplant.
An der gegenüberliegenden Wand der oberen Diele wurde ein goldfarbenes Wandmosaik konzipiert. Dieses greift den Farbton der Leuchten auf. Für die Möblierung wurden unterschiedliche Lösungen vorgeschlagen- umgesetzt wurde eine Kombination aus Tisch, zwei Sesseln und einem Teppich mit goldfarbenem Schimmer.
Untergeschoss: Wellness, Sport und Aufenthalt
Das Untergeschoss war bereits ausgebaut, wies jedoch neben den technischen Einbauten überwiegend nur verputzte und geflieste Oberflächen auf. Für diesen Bereich wurde ein neues innovatives Konzept entwickelt, das Wellness-, Sport-, Entertainment- und Aufenthaltsfunktionen zusammenführt.
Geplant wurden unter anderem eine großzügige exklusive Sauna, eine große Wellness-Dusche und eine Podestfläche zum Entspannen. Die Lage der Dusche wurde dabei auf den angrenzenden Technikraum und die vorhandenen Anschlussmöglichkeiten abgestimmt. Die sichtbaren technischen Anlagen sollten hinter Schiebetüren verkleidet werden. So wurde der Raum auch für die gewünschte Nutzung als Trainings- und Entertainmentbereich zoniert und strukturiert.
Weitere Türflächen und Einbauten wurden in die Wandgestaltung integriert- Spiegeloberflächen, Farbflächen und eine mehrschichtige Gestaltung unterstützen dabei zusätzlich die Zonierung des großzügigen Raums.
Konzeptvorstellung und weitere Abstimmung
Die ausführliche Konzeptvorstellung erfolgte im Stammsitz von raum in form- Innenarchitektur & Architektur in Heppenheim- dafür wurden sämtliche erarbeiteten Konzeptplanungen, die Visualisierungen, Moodboards und zahlreiche Originalmuster zu einer umfassenden Material- und Einrichtungspräsentation zusammengestellt. Nach der durch die Bauherren erfolgten Auswahl der bevorzugten Lösungen wurden die Konzeptplanungen sowie die Ausstattungs- und Einrichtungskonzeptionen weiter ausgearbeitet und detailliert.
In einem weiteren Vor-Ort- Termin auf Mallorca wurden die vorausgewählten Materialien in der Villa in allen Ebenen und Bereichen mit den vorhandenen Materialien und Oberflächen abgestimmt. Gemeinsam mit einem erfahrenen Tischler und Möbel- Schreiner wurden Proportionen, Wandaufbauten, Beleuchtungsdetails und die Ausführung der geplanten Einbauten besprochen. Die detaillierte Konzeptplanung von raum in form bildete damit die Grundlage für die anschließenden Ausführungsplanungen und deren detailgetreue Umsetzung.