Im Raum Groß-Gerau wurde „raum in form – Innenarchitektur & Architektur“ mit der Modernisierung, dem Umbau sowie der energetischen Sanierung eines Einfamilienhauses beauftragt. Das Wohnhaus erstreckt sich über drei Geschosse sowie einen unausgebauten Dachraum und wurde bislang in zwei separaten Wohneinheiten genutzt. Das erklärte Ziel der Bauherrin war es, diese Struktur aufzulösen und das Gebäude zu einem einheitlichen, modernen Wohnkonzept zusammenzuführen – gleichzeitig sollte die Haustechnik vollständig auf den neuesten Stand gebracht werden.
Ausgangssituation und Aufgabe
Nach einem Vor-Ort-Termin und einem detaillierten Aufmaß des Bestands entwickelte das Planungsteam von „raum in form – Innenarchitektur & Architektur“ gemeinsam mit der Bauherrin in einem intensiven Konzept-Brainstorming die Grundlagen für einen stimmigen Gesamtentwurf. Auf Wunsch der Bauherrin wurde anschließend ein einzelnes, durchgängiges Konzept ausgearbeitet, das die wesentlichen Eingriffe auf Erd- und Obergeschoss konzentriert, während das Kellergeschoss in seiner Grundstruktur erhalten bleibt.
Neukonzeption des Erdgeschosses
Den größten Umfang an baulichen Maßnahmen trägt das Erdgeschoss. Kern der Neukonzeption ist die Zusammenführung von Küche, Ess- und Wohnbereich zu einer offenen, fließenden Raumabfolge: Die Trennwand zwischen Küche und Wohnraum wurde entfernt und die ehemals tragende Konstruktion durch einen Stahlträger ersetzt, der gleichzeitig die Basis für eine neue Kücheninsel bildet. Diese fungiert als kommunikatives Bindeglied zwischen Kochen und Wohnen und nimmt Spülbecken, Spülmaschine und Herd auf. An der rückseitigen Küchenwand erstreckt sich eine raumhohe Schrankzeile, in die Kühlschrank, Backofen und der Zugang zur Speisekammer harmonisch integriert sind – eine ruhige, geordnete Gestaltung, die den Raum optisch beruhigt und strukturiert.
Auch der Eingangsbereich wurde grundlegend neu geordnet: Eine trennende Wand wurde entfernt, Bestandstüren durch helle Holztüren und elegante Glasschiebetüren ersetzt und die Garderobe in den Bereich des ehemaligen Schlafzimmers verlagert. Dadurch gewinnt der Eingangsbereich erheblich an Großzügigkeit und erschließt nun auf kurzem Weg Flur, Garderobe, Gäste-WC, Küche, Wohnbereich und das Obergeschoss. Im Wohnbereich selbst entstand durch einen Wanddurchbruch eine fließende Verbindung zum Essbereich, der mit einem großzügigen Esstisch, Schalenstühlen und einem Sideboard mit gezielten Lichtakzenten ausgestattet wird.
Sämtliche Bestandsfenster im Erdgeschoss werden im Zuge der energetischen Sanierung erneuert, wobei ihre ursprünglichen Abmessungen beibehalten werden. In Kombination mit der hellen Materialwahl und der geöffneten Grundrissstruktur erhält das Erdgeschoss die angestrebte Helligkeit und Großzügigkeit.
Neugestaltung des Masterbads im Obergeschoss
Im Obergeschoss sind die baulichen Eingriffe gezielter, aber nicht minder wirkungsvoll. Das bestehende Badezimmer sowie die frühere Küche inklusive Speisekammer werden zu einem großzügigen Masterbad zusammengeführt. Die neu gewonnene Fläche ermöglicht eine T-förmige Raumaufteilung: Eine 1,40 m hohe Wand übernimmt den Sichtschutz am WC-Bereich und trennt die Dusche optisch vom übrigen Bad – ergänzt durch eine Glasabtrennung bis knapp unter die Decke, die den Duschbereich räumlich fasst, ohne ihn zu verschließen. Natürliches Licht fällt über ein Tageslichtfenster in die Dusche.
An der Stirnseite der Trennwand setzt eine freistehende Badewanne mit Standarmatur einen skulpturalen Akzent; eine beleuchtete Wandnische dahinter schafft sowohl Stauraum als auch eine stimmungsvolle Tiefenwirkung. Auf der gegenüberliegenden Seite erstreckt sich ein Waschtisch mit Schubladen über die gesamte Raumbreite – flankiert von einem mittig platzierten Spiegel sowie hölzernen Regalen mit warmer, indirekter Beleuchtung.
Der Dachraum bleibt von Umbaumaßnahmen unberührt und erhält im Rahmen der energetischen Sanierung lediglich eine Aufsparrendämmung.
Energetische Sanierung und Ausstattungsplanung
Parallel zu den baulichen Maßnahmen umfasst das Projekt eine vollständige energetische Ertüchtigung des Gebäudes: Neben der Erneuerung aller Fenster und der Aufsparrendämmung des Dachs wird die Kellerdecke gedämmt und eine neue Heizungsanlage installiert. Für alle relevanten Bereiche erarbeitete „raum in form – Innenarchitektur & Architektur“ auf Wunsch der Bauherrin ergänzend detaillierte Moodboards mit Material- und Produktvorschlägen. Diese spiegeln das gewünschte Gestaltungskonzept wider: ein helles, leichtes Farbspektrum, in dem gezielte Akzente in Schwarz und ein sorgfältig ausgearbeitetes Beleuchtungskonzept atmosphärische Highlights setzen.