Modernisierung und Umbau eines Einfamilienhauses zu einem Mehrgenerationenhaus mit drei Wohneinheiten im Raum Speyer…

Im Raum Speyer begleitet „raum in form – Innenarchitektur & Architektur“ derzeit ein anspruchsvolles Umbauprojekt, das ein Einfamilienhaus aus dem Jahr 1955 grundlegend neu konzipiert und in ein zeitgemäßes Mehrfamilienhaus mit drei vollständig unabhängigen Wohneinheiten transformiert. Das Gebäude, gelegen auf einem rund 750 m² großen Grundstück, erstreckt sich über 1,5 Vollgeschosse, verfügt über ein derzeit nur eingeschränkt nutzbares Dachgeschoss sowie ein vollwertiges Kellergeschoss und blickt auf eine wechselvolle Nutzungsgeschichte zurück: Das Erdgeschoss diente ursprünglich als Arztpraxis, die oberen Stockwerke waren stets Wohnzwecken vorbehalten. Nach mehreren Teilrenovierungen in den vergangenen Jahrzehnten soll das Gebäude nun im Zuge einer umfassenden Neukonzeption in eine zukunftsfähige Wohnform für mehrere Generationen überführt werden.

Ausgangssituation und Aufgabe

Das Ziel der Bauherrin war es, das Bestandsgebäude so weiterzuentwickeln, dass drei vollständig unabhängige, moderne Wohneinheiten entstehen, die gleichermaßen Privatsphäre und ein harmonisches Miteinander ermöglichen. Die neue Nutzungsstruktur stellt dabei nicht nur hohe Anforderungen an die Grundrissgestaltung, sondern auch an die technische Infrastruktur, die Erschließung und die langfristige Flexibilität des Gebäudes.

Bereits in der frühen Entwurfsphase zeigte sich, dass die Entwicklung eines funktionalen Gesamtkonzepts weit über eine einfache Grundrissanpassung hinausgehen würde. „raum in form – Innenarchitektur & Architektur“ erarbeitete zwei umfangreiche Konzeptvarianten, die jeweils unterschiedliche architektonische Ansätze und raumstrukturelle Strategien verfolgen.

Konzeptvariante 1: Südseitiger Anbau als klare strukturelle Erweiterung

Die erste Variante sieht einen durchgehenden südseitigen Anbau über die gesamte Gebäudelänge vor. Aus dem ursprünglichen Rechteckvolumen entsteht ein klar strukturierter, ausgewogener Baukörper, dessen innere Logik konsequent auf drei abgeschlossene Wohneinheiten ausgerichtet ist. Zentrales Element ist ein neu positioniertes gemeinsames Treppenhaus, das eine architektonisch klare Erschließung ermöglicht und die Geschosse sauber voneinander trennt.

Die Erdgeschosswohnung orientiert sich in weiten Teilen an der ursprünglichen Grundstruktur des Bestandsgebäudes, wurde jedoch funktional und barrierefrei weiterentwickelt. Der südliche Anbau nimmt die Schlafräume sowie die Sanitärbereiche auf und schafft eine moderne, logisch gegliederte Raumaufteilung. Durch die geschickte Anordnung der Leitungsführungen – Küche und Sanitärbereiche liegen in allen drei Geschossen übereinander – entsteht eine technisch effiziente und zukunftsfähige Gebäudestruktur.

Die Wohneinheit im Obergeschoss folgt der logischen Weiterführung der Erdgeschossstruktur: Die Schlafräume liegen südlich im neuen Anbau, während im Bestandsbereich die Wohn-, Koch- und Aufenthaltsflächen untergebracht sind. Ein neu geplanter Balkon auf der Ostseite erweitert den Wohnkomfort durch zusätzlichen privaten Außenraum.

Im Dachgeschoss entsteht die dritte Wohneinheit mit einem zentralen offenen Wohn- und Kochbereich, ergänzt durch Schlafräume und Bäder im südlichen Gebäudeteil sowie einem Balkon, der eine hohe Aufenthaltsqualität im obersten Geschoss sicherstellt.

Im Kellergeschoss entstehen separierte Abstellbereiche für jede Wohneinheit sowie ein gemeinsamer Hauswirtschaftsraum. Die Außenanlagen – einschließlich Vorgarten sowie Nord- und Südseite des Grundstücks – werden strukturiert neu geordnet, Stellplätze funktional aufgeteilt und den jeweiligen Wohneinheiten klar zugewiesen.

Konzeptvariante 2: Maisonette-Wohneinheiten über zwei Ebenen

Die zweite Konzeptvariante verfolgt einen grundlegend anderen Ansatz: Durch eine ostseitige Verlängerung des Gebäudes und einen zusätzlichen südlichen Anbau entstehen zwei Wohneinheiten, die sich jeweils über zwei Geschosse erstrecken. Diese Maisonette-Struktur bietet großzügige, vertikal organisierte Wohnlandschaften und richtet sich an Bewohner, die offene Raumfolgen über mehrere Ebenen bevorzugen.

Der östliche Erweiterungsbereich bildet das Zentrum der ersten Wohneinheit mit einem kombinierten Küchen- und Essbereich im Erdgeschoss, einem Arbeits- bzw. Gästezimmer, einem Gästeduschbad sowie einer internen Treppe, die ins Obergeschoss mit Schlafräumen und Bädern en Suite führt. Die zweite Wohneinheit nutzt den südlichen Anbau über zwei Ebenen und bietet vergleichbare räumliche Qualitäten. Die dritte Wohneinheit im Dachgeschoss integriert Bestand sowie östliche und südliche Anbauten und wird durch zwei Gauben zusätzlich belichtet und aufgewertet.

Wie in Variante 1 werden Kellergeschoss und Außenbereiche strukturiert und den einzelnen Einheiten klar zugeordnet.

Finalkonzept: Entscheidung für den südseitigen Anbau

Nach intensiver Abwägung der räumlichen, gestalterischen und wirtschaftlichen Aspekte entschieden sich die Bauherren für Konzeptvariante 1. Die klare Strukturierung, die funktionalen Grundrisse sowie die Möglichkeit, drei vollständig unabhängige Wohneinheiten zu realisieren, gaben den Ausschlag. Im Zuge der Detailplanung wurden alle drei Wohneinheiten auf Basis der Bauherrenwünsche weiter ausgearbeitet und optimiert, sodass ein stimmiges, aufeinander abgestimmtes Gesamtkonzept entstand.

Ausstattungs- und Beleuchtungsplanung

Parallel zur finalen Grundrissentwicklung erarbeitete „raum in form – Innenarchitektur & Architektur“ ein ganzheitliches Beleuchtungskonzept. Eine besondere planerische Aufgabe bestand darin, hochwertige Bestandsmöbel der Bauherrin in die neue Raumstruktur zu integrieren. Entsprechend wurden Leuchten ausgewählt, die sowohl die architektonische Sprache der neuen Räume als auch den Charakter der vorhandenen Einrichtung unterstützen – mit Blick auf Stilistik, Lichtwirkung, Proportionen und einen harmonischen Übergang zwischen Bestand und Neubau.

Genehmigungsverfahren und Ausführungsplanung

Nach der Finalisierung der Planung wurde der Bauantrag für die Nutzungsänderung vom Einfamilienhaus zum Mehrfamilienhaus eingereicht. Da das Gebäude im Geltungsbereich eines Bebauungsplans liegt, wurden sämtliche Vorgaben der Stadt Speyer sorgfältig berücksichtigt. „raum in form – Innenarchitektur & Architektur“ übernahm hierbei die vollständige Kommunikation mit dem zuständigen Bauamt und stellte durch einen engen Abstimmungsprozess sicher, dass alle behördlichen Anforderungen frühzeitig in die Planung einflossen.

Parallel zum laufenden Genehmigungsverfahren werden bereits die umfangreichen Ausführungsplanungen für Abbruch, Rohbau, Innenausbau, Heizung und Sanitär, Elektroinstallationen sowie Fliesenverlegung erstellt. Statik, technische Gebäudeausrüstung und sämtliche relevanten Fachplanungen werden dabei vollständig in die detaillierten Planunterlagen integriert.

Das Projekt in Speyer steht damit kurz vor seiner baulichen Umsetzung – ein Transformationsprozess, der exemplarisch zeigt, wie ein Bestandsgebäude mit Geschichte durch eine durchdachte Neukonzeption in eine zeitgemäße, zukunftsfähige Wohnform überführt werden kann.